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Die
10. Warnemünder Tage 2003
Am 27.06.2003 konnten die Warnemünder
Tage aufgrund der guten Resonanz der Besucheraus den
Reihen der interessierten Anwaltschaft auf ihr 10-jähriges
Bestehen zurückblicken.
Wie auch in den Jahren zuvor hatte der Landesverband
der Anwaltvereine des Landes Mecklenburg-Vorpommern sowie
die Mitglieder des Berliner Anwaltsvereins e.V. zu diesem
regionalen Anwaltstreffen geladen.
 Das im Technologiepark Warnemünder am 27.06.2003
stattfindende Treffen unterteilte sich, wie in den Jahren
zuvor, inhaltlich in einen Schulungs- und Weiterbildungsteil
sowie in einen berufspolitischen Teil. Mit letzterem
wurde die Veranstaltung eröffnet. Der Vorsitzendes
des Landesverbandes der Anwaltvereine des Landes Mecklenburg-Vorpommern,
Rechtsanwalt Rolf-Michael Eggert, führte in diesen
Themenbereich ein und übergab das Wort an den neu
gewählten Präsidenten des DAV, Rechtsanwalt
Kilger. Dieser berichtete über den 54. Anwaltstag
in Freiburg und nahm zu den dort erörterten Themen
kurz Stellung. Anknüpfungspunkt für eine lebhafte
Debatte waren vor allem die Lage der Anwaltschaft, der
Ostabschlag sowie die Reformen der Juristenausbildung.
Die ebenfalls anwesende Geschäftsführerin des
DAV, Rechtsanwältin Haack-Schmahl, verfolgte diesen
Meinungsaustausch zwischen den Teilnehmern und Veranstaltern,
so dass es insgesamt zu einem wertvollen Dialog zwischen
Basis und Geschäftsführung des DAV kam.
Die anwesenden Gäste dankten dem Präsidenten
des DAV dafür, dass er Gelegenheit finden konnte,
mit ihnen die zukünftig zu lösenden Probleme
zu diskutieren.

Im Anschluss an den berufs- und vereinspolitischen Teil
der Veranstaltung wurde der Weiterbildungs- und Schulungsteil,
der sich diesmal hauptsächlich dem Verkehrsrecht
widmete, und dabei schwerpunktmäßig den Fußgängerunfall
mit Ursachen und Schadensermittlung sowie die Probleme
um das erfolgreiche Bestehen der MPU behandelte. Der
Referent, Herr Dillmann von der DEKRA Niederlassung Rostock,
ging hierbei in seinem Fachvortrag auf die Problematik
der MPU-Begutachtung nach dem Führerscheinverlust
ein und konnte dabei auf seine Erfahrungen als Gutachter
der DEKRA zurückgreifen und den Vortrag durch praktische
Beispiele aus seiner Berufserfahrung anreichern.
Nach einer kurzen Pause, in der sowohl für das
leibliche Wohl der Teilnehmer und Referenten als auch
für die fachliche Abwechslung im Rahmen einer Bürofachausstellung
gesorgt wurde, informierte Rechtsanwalt Cornehl von der
juris GmbH aus Saarbrücken die Teilnehmer über
die neue Produktpalette. Hierbei ging er auf die Anwendungsbereiche
und Einsatzgebiete der einzelnen Produkte ein und stellte
anhand von Beispielen die Möglichkeiten von juris
web unter Beweis.
Auch Dr. Leis von der Hans Soldan GmbH nutzte das Forum,
um auf die Angebote der Hans Soldan GmbH aufmerksam zu
machen und hierbei insbesondere auf die Möglichkeiten
rund um die Erstellung und Pflege von Internetseiten
für Rechtsanwälte einzugehen.
Danach führte Dr. Ing. Mauroschat von der DEKRA
Niederlassung Stralsund in das Thema Fußgängerunfall
ein. Im Rahmen seines Fachvortrages zeigte der Referent
die Möglichkeiten und Grenzen der Rekonstruktion
von Fußgängerunfällen auf, erläuterte
die in Frage kommenden Untersuchungsmöglichkeiten
und veranschaulichte dies anhand von Fallbeispielen.
Abschließend sprach Dr. Ing. Mauroschat auch die
Problematik der Vermeidbarkeit von Fußgängerunfällen
aus der Sicht der beteiligten Kraftfahrzeugfahrer an
und ging dabei auch auf die relevanten juristischen Fragen
ein.
Dieser Vortrag stellte die theoretische Grundlage für
die am Nachmittag folgende Demonstration und Erklärung
des Zusammenstosses von Pkw mit einem erwachsenen Fußgänger
(Dummy) sowie einem kindlichen Fußgänger (Dummy)
dar. Hierbei nutzte Dr. Ing. Mauroschat und seine Mitarbeiter
der DEKRA eine abgesperrte Straße auf dem Gelände
des Technologieparks Warnemünde, um die Unfallsituation
vorzubereiten, den Teilnehmern die zu erwartenden Ereignisse
vorab zu erklären, den Unfall durchzuführen
und anschließend gemeinsam, die für die Rekonstruktion
des Unfalls erforderlichen Spuren zu sichern und auszuwerten.
Hierbei hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, die
im vorhergehenden Vortrag aufgezeigten Untersuchungs-
und Rekonstruktionsmöglichkeiten am praktischen
Beispiel nachzuvollziehen und dabei die Qualität
der einzelnen Spuren sowie deren Aussagekraft zu hinterfragen
und selbst zu bewerten.

In diesem Zusammenhang ist die nunmehr schon seit einigen
Jahren bestehende sehr gute Zusammenarbeit mit der DEKRA
Rostock und Stralsund hervorzuheben. Wie auch bei den
Vorträgen im Rahmen der vorangehenden Veranstaltungen,
gelang es den Mitarbeitern der DEKRA Themen mit hoher
Relevanz für den Anwaltsberuf und die Mandantenbetreuung
fachlich so darzustellen, dass die Teilnehmer nicht nur
für das ihre Arbeit bedeutsame technische Wissen
vermittelt bekamen, sondern gleichzeitig auch anhand
von praktischen Beispielen und Simulationen das theoretische
Wissen anwenden konnten. Dabei zeichnete sich die Darstellungsweise
der Referenten stets durch vielfache Hinweise und die
zusätzliche Vermittlung von Hintergrundwissen aus,
so dass der Umgang mit der jeweiligen Materie sowohl
in tatsächlicher als auch juristischer Hinsicht
für die Teilnehmer erleichtert wurde.
Bevor der Schulungs- und Weiterbildungsteil der diesjährigen
Warnemünder Tage durch den Abschlussvortrag von
Rechtsanwalt und Notar Schwackenberg beendet wurde, stellte
Rechtsanwalt und Mitglied des Vorstandes des DAV, Rechtsanwalt
Zehner, die Arbeitsgemeinschaft Allgemeinanwalt vor.
Da Rechtsanwalt Zehner zugleich Vorsitzender dieser Arbeitsgemeinschaft
ist, konnte er einen umfassenden Überblick über
die Zielsetzung und das Tätigkeitsgebiet der Arbeitsgemeinschaft
geben und somit für Interesse bei den Teilnehmern
sorgen.
Wie schon angesprochen, bildete der Vortrag von Rechtsanwalt
und Notar Schwackenberg zu den unterhaltsrechtlichen
Aspekten bei der Bewertung von Fußgängerschäden
den Abschluss des fachlichen Teils der 10. Warnemünder
Tage. Der Referent wies in Anknüpfung an die Ausführungen
zur Rekonstruktion und Vermeidbarkeit von Fußgängerunfällen
auf die Rolle und Behandlung der Unterhaltsansprüche
hin, die oftmals von erheblicher Bedeutung für die
Beteiligten sind und deshalb nicht außer Acht gelassen
werden können. Somit rundeten diese Ausführungen
das zentrale Thema Fußgängerunfall sehr gelungen
ab.
 Wie auch in den Jahren zuvor, so stand auch bei den
10. Warnemünder Tagen die traditionelle Hafenrundfahrt
am Ende der diesjährigen Jubiläumsveranstaltung
und leitete das gesellige Beisammensein ein.
Warnemünder Tage 2002
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